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Kampf gegen Hausstaubmilben

Nach einer umfassenden Analyse ist der Kampf gegen die Hausstaubmilben aussichtslos

Die umfassende Analyse früherer klinischen Untersuchungen der Hausstaubmilben kam zum Ergebnis, dass man zwar seine Wohnung von den meisten unangenehmen Mitbewohnern befreien kann, aber die Symptome des allergischen Asthmas sich nicht wesentlich mildern lassen. Die Mitarbeiter der Nordic Cochrane Center aus Kopenhagen sahen sich 54 Studien an, welche die Daten von über 3000 Patienten beinhalteten, und kamen zu diesem düsteren Ergebnis.

Wie wirkungsvoll sind die jetzigen Methoden gegen Hausstaubmilben?

Laut der oben genannten Studie wurden die Hausstaubmilben mit verschiedenen Methoden angegriffen, sowohl mit physischen als auch mit chemischen Mittel, beziehungsweise mit der Kombination von beiden: Mit hausstaubmilbenfreier Bett und Bettwäsche, mit speziellen Staubsaugern und Milben abtötenden Mitteln. "Bei den Asthmatikern mit einer Überempfindlichkeit gegen Hausstaubmilben konnten wir leider keinen medizinischen Nutzen dieser Methoden nachweisen. Deswegen kamen wir zu der Schlussfolgerung, dass die jetzigen physischen und chemischen Methoden eigentlich wirkungslos sind." - lauteten die Ergebnisse der Untersuchungen von Peter C. Gotzsche und H. K. Johansen. Die Forschungsergebnisse wurden im April in der Cochrane Database of Systematic Reviews veröffentlicht. Dieses Fazit kann Allergiker, welche ziemlich viel Zeit, Geld und Mühe aufwenden um die Hausstaubmilben aus ihrer Umgebung zu verbannen, regelrecht schockieren.

Die Schlussfolgerung der Verfasser war vor allem deshalb eine unangenehme Überraschung, da es in manchen Experimenten tatsächlich gelang die Zahl der Hausstaubmilben wesentlich zu senken, aber dieses führte nicht zu einer Verbesserung der Symptome bei den Asthmakranken. Ein weiteres Problem ist noch, dass Asthmatiker, welche gegen Hausstaubmilben überempfindlich sind, auch gegen andere Allergene überempfindlich sind. Man kann zwar eine Sorte der Allergene eliminieren, der zu erwartende Nutzen bleibt aber leider beschränkt.

Der Allergologe Leonard Bielory aus der Universität in New Jersey sieht auch in dieser letzteren Aussage die Lösung: "Wenn wir nur die Hausstaubmilben eliminieren, haben wir damit das Problem noch nicht ganz gelöst. Wenn wir bei einem Patienten eine Hausstaubmilbenallergie diagnostizieren, weisen wir ihn sofort darauf hin, dass diese Parasiten nicht sein einziger Feind bleiben werden" -betont der Wissenschaftler. Der Allergologe Johathan A. Bernstein aus der Universität Cincinnati ist der Meinung, dass der Kampf der Allergiker gegen die Hausstaubmilben müßig ist. "Es muss endlich akzeptiert werden, dass die Menschen auch gegen verschiedene Allergene überempfindlich sein können. Dazu können auch Auswirkungen gehören, welche ursprünglich keine Allergene sind, wie zum Beispiel Duftstoffe, die Haut reizende Chemikalien, Zigarettenrauch, Schimmel und zahlreiche weitere Dinge. Aus Experimenten, in welchen von den vielen Faktoren einige ausgeschaltet werden, kann man noch keine weit reichenden Schlussfolgerungen ziehen - betont Bernstein.

Beide Wissenschaftler beharren jedoch darauf, dass die Entfernung verschiedener Allergene aus der Wohnung oder Büro längerfristig den Hausstaumilbenallergiker und Asthmakranken eine Erleichterung bringen. Sie sind auch der gleichen Meinung, dass es sich trotz der oben beschriebenen Studie rentiert mit der Säuberung der Wohnung und damit mit der Eliminierung der Hausstaubmilben anzufangen.

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