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Nahrungsmittelallergene: Hühnerei

Allergene können in Nahrungsstoffen also auch in Lebensmitteln enthalten sein.

Eine Hühnerei Allergie entwickelt sich bei den Säuglingen erst nach dem sechsten Lebensmonat, wenn die Mutter anfängt die Muttermilch durch verschiedene Obst- und Gemüsesorten zu ersetzen. Es ist sehr schwierig zu entscheiden, ob die Beschwerden vom Eigelb oder vom Eiweiß verursacht werden - obgleich sie im biochemischen Sinne nur aus unterschiedlichen Eiweißen bestehen. Man hat aber festgestellt, dass die meisten Menschen auf die Eiweiße, welche im Hühnereieiweiß enthalten sind, allergisch reagieren: diese sind Ovalbumin, Ovomucoid und Lysozym. Ähnlich wie bei einer Kuhmilchallergie, können zwei verschiedene Immunreaktionen die Hühnerei-Allergie auslösen. Die Allergie, welche durch die IgG ausgelöst wird, kann eventuell geheilt werden, die andere Art von Allergie begleitet den Patienten in den meisten Fällen ein Leben lang.

Die Hühnereiweiße sind gegenüber hohe Temperaturen ziemlich resistent, daher wird die allergisierende Wirkung durch kochen oder backen nicht wesentlich gemindert.

Patienten mit Hühnerei Allergie dürfen also keine Speisen verzehren, welche Eier enthalten: d.h., insbesondere keine Backwaren oder panierte Gerichte. Nudelngerichte müssen nicht ganz vom Speiseplan gestrichen werden. Es dürfen jedoch nur solche verzehrt werden, die keine Eier enthalten. Diese werden auf der Verpackung mit "Nudeln ohne Ei" gekennzeichnet. Es ist wichtig zu wissen, dass Kinder, die unter einer Hühnerei-Allergie leiden, bestimmte Schutzimpfungen (Röteln, Mumps, Masern) nicht bekommen dürfen. Die Impfstoffe wurden nämlich auf Hühnerembryonen gezüchtet und können daher bei Hühnereiweißallergiker eine anaphylaktische Schockreaktion hervorrufen.

Hühnereiweißallergiker dürfen daher auch keine Augentropfen benutzen, welche Lysozym enthalten.

Manche Hühnereiweißallergiker vertragen jedoch die Eier anderer Tiere, wie Gänse-, Enten- oder Wachteleier. Aber diese können auch eine Kreuzallergie verursachen. Eine Hühnereiweißallergie ruft ähnliche Symptome und Krankheiten wie eine Kuhmilchallergie hervor: Hautekzeme, Nesselsucht, und im Säuglingsalter allergische Reaktionen im Kehlkopf.

Die echte Hühnereiweißallergie darf man nicht mit der so genannten Pseudoallergie verwechseln. Diese entsteht in der Regel dann, wenn der Patienten - vor allem Kinder - irgendeine Darminfektion bekommen oder zu viel gegessen haben. In diesem Fall produzieren der Darm und die Bauchspeicheldrüse zu wenige Verdauungsenzyme. Wegen der nicht vollkommenen Verdauung gelangen Stoffe und Eiweißteilchen in den Körper, welche normalerweise vorher aufgespaltet, also entschärft werden. Der Körper identifiziert diese Stoffe als Fremdkörper und antwortet mit einer heftigen Reaktion auf diese Stoffe. Der Körper reagiert zum Beispiel oft nach den Osterfeiertagen, wenn viele Familien mehr Eier als üblich verspeisen, häufig mit einer Nesselsucht. Später, wenn sich der Magen wieder beruhigt hat, kann der kleine Patient weiterhin Eier essen.

Eine eierfreie Diät kann man zu Hause leicht einhalten, problematischer wird es jedoch wenn das Kind bereits in den Kindergarten oder in die Schule geht. In diesem Fall müssen die Eltern das Essen für ihr Kind zu Hause vorbereiten und das Kindergarten- oder Schulpersonal über die Überempfindlichkeit informieren.

Bei einer Hühnereiweißallergie ist es wichtig eine strenge Diät einzuhalten. Wer die Diät in Frage stellt, sollte vorher unbedingt mit dem behandelnden Arzt darüber sprechen!

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