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Ist das Leben in der (Groß)Stadt für Allergieerkrankungen verantwortlich?

Laut einer vor kurzem veröffentlichten Studie besteht ein Zusammenhang zwischen der Allergie im Kindesalter und der zu sterilen Umgebung in der Stadt. Die Ergebnisse beweisen, dass das Risiko einer Autoimmunerkrankung auf die Hälfte bei denen sank, welche bis zu ihrem ersten Lebensjahr in ländlicher Umgebung aufgewachsen sind. Nach anderen Untersuchungen hilft es den Allergien und dem Asthma vorzubeugen, wenn die Kinder mit Hund oder Katze aufwachsen. Letztere Theorie wurde aber bislang noch nicht ausreichend erforscht und bewiesen.

Kinder, welche in einer ländlichen Umgebung leben, erkranken seltener an der Crohn-Krankheit

In den letzten Jahrzehnten verbreitete sich die Verwendung von antiseptischen bzw. desinfizierenden Reinigungsmittel und von antibakteriellen Seifen. Unsere Fenster isolieren perfekt - so sind die Räume fast luftdicht. Dadurch sparen wir Energie, aber dadurch werden viele natürliche Stoffe, die in der Luft herumschweben auch aus der Wohnung ausgesperrt. Dazu gehören zum Beispiel Pollenkörnchen, Staub, tierische Fellteile und Pilzsporen. Die Desinfizierung verhindert zwar die Verbreitung verschiedener Infektionen und Krankheiten, aber sie sorgt gleichzeitig auch dafür, dass das Immunsystem der Kinder die in der Natur vorkommenden, ansonsten harmlosen Stoffe nicht frühzeitig genug kennen lernt.

Laut Marc McMorris, Kinderarzt der University of Michigan, ist dieser Sauberkeitsfimmel eine der Ursachen der hochgradigen Verbreitung der Allergien unterer Kinder. Die so genannte Hygiene-Hypothese sagt aus, dass wegen der keimfreien Umgebung das Immunsystem seltener auf Bakterien und Viren trifft, welche eine wirkliche Gefahr verbergen. Daher stuft es auch solche Stoffe, welche harmlos sind und in der Natur häufig vorkommen (z.B. Pollen, Tierhaare, Hausstaub)als gefährlich ein. Irrtümlicherweise meint der Körper sogar, Teile des körpereigenen Gewebes wären Krankheitserreger. So können sich die so genannten Autoimmunkrankheiten herausbilden.

Diesem fehlerhaften Prozess könnte wenigsten teilweise vorgebeugt werden, wenn die Eltern ihre Kinder nicht ganz von den natürlichen Umweltstoffen isolieren würden - behaupten die Forscher. Eine vor kurzem durchgeführte Untersuchung zeigte, dass Kinder, welche in ländlicher Umgebung aufwachsen und regelmäßig Kontakt zu Haustieren, und damit mit deren ganzen Bakterien, Pilze und Milben haben, welche auf den Tieren leben, zwei Mal seltener an die Crohn-Krankheit erkranken als Kinder in einer Großstadt.

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